Oberösterreichs Padel-Asse bündeln für den Titel-Traum die Kräfte

Oberösterreichs Padel-Asse bündeln für den Titel-Traum die Kräfte

Moritz Eiersebner und Markus Krocker sind nicht nur Oberösterreich beste Padel-Spieler. Der Pinsdorfer und der Lenzinger gehören als Top-20-Spieler zur Elite in Österreich. Krocker ist beim prestigeträchtigsten Turnier des Jahres sogar Titelverteidiger. Für die am Wochenende in Wien stattfindenden Österreichischen Meisterschaften haben sich die beiden zusammengetan, um sowohl um den Titel, als auch um einen EM-Startplatz zu kämpfen.
Am kommenden Wochenende steht das erste große Highlight der noch jungen Padel-Saison 2024 auf dem Programm. Im Padeldome Süssenbrunn (Wien) kommt es im Rahmen der fünften Österreichischen Meisterschaften der Austrian Padel Union (APU) zum großen Kräftemessen der Padel-Elite.
 
Zum Favoritenkreis zählen mit Moritz Eiersebner (20) und Markus Krocker (26) auch die derzeit besten Spieler Oberösterreichs. Die beiden haben sich in für die bevorstehenden Meisterschaften zusammengetan und greifen als Nummer 5 der Setzliste nun erstmals gemeinsam nach dem Titel. Krocker, der schon seit einigen Jahren zu den besten Spielern Österreichs zählt, geht nach seinem Vorjahrestriumph mit Partner Michal Brzuszkiewicz sogar als amtierender Österreichischer Meister ins Turnier. Am Samstag – und im Erfolgsfall auch in den Finalspielen am Sonntag – steht er nun mit Youngster Eiersebner als rein-oberösterreichisches Duo am Start.
 
Youngster trifft ehemaligen „Padel-Skeptiker“
 
Zunächst war es wohl dem Padel-Boom der vergangenen Jahre „geschuldet“, dass die beiden Oberösterreicher den Weg vom Tenniscourt in den „Glaskasten“ überhaupt gefunden haben. Als die ersten Ausläufer der Begeisterungswelle für die aus Südamerika stammende Trendsportart nach den Pandemie-Jahren auch die Bundesländer erreichte, packte auch Eiersebner und Krocker das „Padel-Fieber“.
 
Während für Eiersebner, der aus Pinsdorf unweit des Traunsee stammt, die Eröffnung der Padelcourts in Ebensee den Startschuss seiner Padel-Laufbahn markierte, wurde Krocker schon ein paar Jahre früher – bei einem Urlaub in Spanien – auf den dortigen Nationalsport aufmerksam. „Damals hat es mir eigentlich nicht so getaugt“, lacht der 26-Jährige. Heute führt er im heimischen Lenzing am Attersee die „Padelzeit“, die mit sechs Courts größte Padel-Anlage Oberösterreichs. Inhaber – und Namensgeber – sind die Gesellschafter des angrenzenden Hotels „Das Zeit.“ 
 
Aufgrund der verantwortungsvollen Aufgabe verlagerte sich der Lebensmittelpunkt des Hausruckviertlers zuletzt von Wien wieder zurück in die Heimat. Trainingspartner auf seinem Niveau sind für Krocker, der in der österreichweiten APU-Rangliste derzeit Platz neun einnimmt, zwar fernab der Bundeshauptstadt eher Mangelware, umso mehr freut es ihn, wenn Eiersebner auf ein Trainingsmatch am Attersee vorbeischaut. 
 
Oberösterreich-Duo ergänzt sich perfekt
 
Das Duo Krocker/Eiersebner eint unter anderem die Faszination für Padel. „Padel ist viel schneller als Tennis, erfordert eine höhere Reaktionsfähigkeit. Das Glas gibt dem Spiel ein interessantes, zusätzliches Element“, sagt Eiersebner. Sein sechs Jahre älterer und nicht nur aufgrund seines Österreichischen Meistertitels deutlich erfahrenere Partner sieht das ähnlich: „Padel ist Kreativität. Du musst schnell sein, spontan handeln und auch im Kopf voll da sein.“ Auch was die Basis für ein erfolgreiches Turnier angeht, sind sich beide einig. „Es geht darum, wenig Fehler zu machen und in den entscheidenden Momenten die Chance auf den Punkt zu ergreifen.“
 
Die Stärken der beiden Oberösterreicher ergänzen sich jedenfalls. Während Eiersebner von der sogenannten Vorhand-Seite die Gegner gut bewegt und Punkte mit taktischer Finesse vorbreitet, kommt auf Krocker auf der Rückhand-Seite die Rolle des „Vollstreckers“ zu. „Mir taugt es, mit einem Partner zu spielen, der Ruhe ausstrahlt und stabil ist. Ich kann dann mehr riskieren.“
 
EM-Teilnahme in Reichweite
 
Dass die „Generalprobe“ bei einem Turnier der höchsten Kategorie vor einigen Wochen noch nicht nach Wunsch lief, ist für die beiden kein Beinbruch. Am kommenden Wochenende werden die Karten ohnehin neu gemischt.
 
Die Gegner kennt Eiersebner, die Nummer 19 der APU-Rangliste, dann zumindest genauso gut, wie sein routinierter Partner. Seit einigen Monaten trainiert der Student in Wien nämlich zumindest dreimal pro Woche mit vielen Top-Spielern in der Playpadel-Academy des World-Tour-erfahrenen Doppels David Alten/Christoph Krenn. Dazu kommen Trainingsmatches, kleinere und größere nationale und internationale Turniere – wie zuletzt in London (Großbritannien). „Eine tolle Erfahrung“, sagt der Pinsdorfer, der auf der „Insel“ mit seinem spanischen Partner Ismael Linero in der Qualifikation scheiterte. „Wir können in den ersten Runden mithalten, ab dann wird die Luft schon sehr dünn.“
 
Weitere Möglichkeiten, sich international zu messen, bieten unter anderem die Europameisterschaften zwischen 22. und 28. Juli in Cagliari (Italien). Auf die Finalisten der Österreichischen Meisterschaften bei den Damen und Herren wartet ein Platz im österreichischen Kader. „Es wird auch auf die Auslosung ankommen, aber auch gegen die vor uns gerankten Paarungen ist etwas möglich“, sagt Eiersebner. „Ich traue uns einiges zu“, unterstreicht Vorjahrs-Champ Krocker. Als härteste Konkurrenten gelten ausgerechnet Eiersbeners „Mentoren“ Krenn/Alten, die drei der bisherigen vier Österreichischen Meisterschaften für sich entscheiden konnten, sowie Rainhard Boisits mit Partner David Simon. Auch Krockers ehemaliger Partner Brzuszkiewicz greift wieder nach Gold, gemeinsam mit Dominik Bierent.
Vor etwa ein Monat erstellt